Der Arbeitsvertrag eines arbeitnehmers, der krankheitsbedingt im Urlaub ist, gilt als ausgesetzt. Krankheitsbedingte Abwesenheit kann nicht die Grundlage für eine Kündigung sein. Im Falle eines verlängerten oder wiederholten Urlaubs kann der Arbeitgeber jedoch (unter bestimmten Voraussetzungen) berechtigt sein, den Arbeitsvertrag zu kündigen, weil die Abwesenheit des Arbeitnehmers das ordnungsgemäße Funktionieren des Unternehmens behindert und das Unternehmen folglich verpflichtet ist, den Arbeitnehmer dauerhaft zu ersetzen. Der Arbeitnehmer erhält sein Gehalt während seiner Abwesenheit weiterhin, wenn er bestimmte Bedingungen des Arbeitsgesetzbuches oder des geltenden Tarifvertrags erfüllt, wenn er günstiger ist. Während der Krankheit, nach einer dreitägigen Nachfrist, werden die Gehälter von der nationalen Krankenversicherung bezahlt. Die Arbeitszeit ist gesetzlich festgelegt, aber ihre Organisation wird auf unternehmens- und branchenebener Ebene ausgehandelt. Da der Gesetzgeber Verhandlungen auf Unternehmensebene verbindlich vorlegte, ist es die Unternehmensebene, auf der Arbeitszeitregelungen, die sich von der gesetzlichen 35-Stunden-Woche unterscheiden, hauptsächlich neu verhandelt werden. Die Löhne werden hauptsächlich auf sektoraler Ebene, aber auch häufig auf Unternehmensebene ausgehandelt, weil die Gesetzgebung vorsieht, dass Arbeitgeber (in einem Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten) jedes Jahr Lohnverhandlungen aufnehmen müssen. Der Mindestlohn ist jedoch gesetzlich festgelegt und muss durch Branchen- oder Betriebsvereinbarungen eingehalten werden. In Frankreich werden die Arbeitnehmer durch Gewerkschaften und Strukturen vertreten, die von allen Arbeitnehmern direkt gewählt werden. Die Vertretung der Arbeitnehmer ist seit 1945 an allen Arbeitsplätzen mit mehr als 11 oder 50 Beschäftigten, je nach Struktur, obligatorisch.

Diese Organe sind weitgehend gesetzlich geregelt. Dennoch gibt es Raum für Regulierung durch Tarifverhandlungen, da die Sozialpartner durch Tarifvertrag Informations- und Konsultationsgremien schaffen können, um die Unterrichtung und Anhörung im Unternehmen zu verbessern. Sie können Verbesserungen in den Einrichtungen für Arbeitnehmervertreter aushandeln, z. B. mehr bezahlte Freizeit oder mehr Ressourcen. Seit der Arbeitsreform von 2017 hat sich die Landschaft der Arbeitnehmervertretung am Arbeitsplatz erheblich verändert. Dies ist auf die Zusammenlegung der drei wichtigsten Informations- und Anhörungsgremien der Arbeitnehmer zurückzuführen: die Personalvertreter (délégués du personnel); Betriebsrat (comité d`entreprise); und dem Ausschuss für Gesundheit, Sicherheit und Arbeitsbedingungen (CHSCT) in einem Sozial- und Wirtschaftsausschuss (SEC).